Das jüdische an Mr Bloom
The Jewishness of Mr Bloom
Begegnungen mit Menschen, Büchern, Städten (Stefan Zweig)
Verleger, Dichterinnen und Schriftsteller und Lektoren jüdischer Herkunft haben im 20. Jahrhundert die deutschsprachige Literatur von Berlin, Wien und Prag bis Budapest, Czernowitz, Lemberg und Triest geprägt und auf Grund der erzwungenen Emigration in den 1930er und 1940er Jahren auch über den deutschen Sprachraum hinaus – beeinflusst.
So haben der Kreise um Stefan George, mit Friedrich Gundolf, Karl Wolskehl und anderen, oder der «Prager Kreis» um Franz Kafka, Max Brod, Oskar Baum und Felix Weltsch literarische Stilrichtungen recht eigentlich begründet, Verlage wie derjenige von Gustav Kiepenheuer mit seinen Lektoren Hermann Kesten, Walter Landauer und Fritz H. Landshoff haben mit Anna Seghers, Joseph Roth, Ernst Toller und Lion Feuchtwanger Bücher derjenigen Autorinnen und Autoren verlegt, welche die Literatur der «Republik von Weimar» bis heute repräsentieren.
Durch die erzwungene Emigration der Jahre nach 1933 wurde diese Tradition über die halbe Welt zerstreut. Autorinnen wie Anna Seghers in Mexico oder Else Lasker Schüler in Palästina schrieben in einer fremdsprachigen Umgebung weiter in ihrer angestammten Sprache an ihrem Werk und Verleger publizierten deren Bücher an entlegenen Orten in deutscher Sprache für ein mit Ihnen exiliertes Lesepublikum.
Nach dem Ende des Krieges und der Gewaltherrschaft über Europa fanden einige Verleger und Autorinnen den Weg zurück nach Deutschland und Europa, manche blieben in den Ländern ihrer Zuflucht. Andere waren im Exil verstorben oder hatten sich - wie Ernst Toller, Ernst Weiss, Stefan Zweig das Leben genommen.
Die – zur Zürcher Woche der jüdischen Kultur 2018 – zusammengestellt Ausstellung möchte diesen Teil der deutschsprachigen Literatur, deren Breite und Vielfalt aufzeigen und dabei ebenso an bekannte wie zuweilen fast vergessene Autorinnen und Autoren wie Verlegerinnen und Verleger erinnern.
Die Ausstellung basiert auf einer im zurückliegenden halben Jahrhundert zusammengetragenen Sammlung, deren Schwerpunkte heute neben der Literatur der deutschsprachigen Emigration der Jahre nach 1933 auf der, vorwiegend in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstandenen Literatur und deren Verlagen liegt. Eine solche Sammlung spiegelt neben – nicht «auszuschliessenden» – persönlichen Neigungen – in entscheidendem Mass auch (im Handel) angebotene bzw. verfügbare (beschränkte) «Mittel» jeden privaten Sammlers.
Medienberichte zur Strauhof-Ausstellung «Mr Bloom»
Eröffnungsrede von Charles Lewinsky
Copyright der Bilder bei Zeljko Gataric / Strauhof.